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Karnak-Tempel |
last update:
27.05.2009
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Nord-Kammern der Hatschepsut
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| Der obige Plan zeigt zur besseren Orientierung die heutigen
Anordnung der Kammern der Hatschepsut rund um das Barkensanktuar des Philippos Arrhidaios
(gelb).
Die nördlichen Räume sind nach Burgos und Larché
(2006) durchnummeriert. Für das Publikum zugänglich ist der Raum 7 (siehe unten).
Bei Porter&Moss II., Theban Temples, finden sich folgende Raumnummern: XI =
Vorraum; XII = Kammer 7; und XIII = Kammer 6. |
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Die nördlichen Kammern sind stark zerstört. Von den westlichen Räumen 1 - 5 sind
die Mauern meist nur bis zu einer Höhe von ca. 1 m erhalten, die Dekoration dieser Wände
ist fast vollständig verloren. |

| Blick in die nördlichen Kammern der Hatschepsut, links die
Überreste der Kammern 1 - 5, rechts die beiden Kammern 6 und 7. |
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Von den Steinen der Böden sind jedoch genug erhalten geblieben, um die
Bodendekoration der Räume 1 - 4 und des davor liegenden Raumes zu rekonstruieren
(siehe Burgos und Larché, 2006). Offensichtlich liegen keine Erkenntnisse über
eine Bodendekoration der Kammern 5 - 7 vor. |

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Auffällig ist die Dekoration aller Türschwellen zu den Kammern 1 - 4 mit dem oben
gezeigten Muster. Der Block findet sich in situ im Eingang zur Kammer 3. |

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Die Böden der Kammern 1 - 4 und der des Vorraumes sind mit einem Muster
versehen, das jeweils links ein wAs-, in der Mitte ein
Dd-, und rechts ein anx-Zeichen gemeinsam über einem nb-Zeichen
vereint - zusammen zu lesen als: "Alles Glück, alle Dauerhaftigkeit, alles
Leben". Bei dem Block oben sind die nb-Zeichen weggebrochen. Diese
Muster wiederholen sich und bedecken den ganzen Boden. Nach Burgos und Larché
(2006) sind Musterkombinationen in den Kammern jeweils mit dem nb-Zeichen
nach Osten, in der Vorkammer jeweils nach Westen ausgerichtet. |
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Die beiden östlichen Kammern 6 und 7 (Porter&Moss Room XII and XIII) erwecken den Eindruck, als seien sie, so
wie sie jetzt zu besichtigen sind, bis in moderne Zeiten "erhalten geblieben". Die heute
die beiden Kammern in der Mitte trennende Wand gehört jedoch dort nicht hin, sondern
bildete ursprünglich die südliche Außenseite der rechten Kammer.
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Als Mariette im 19. Jahrhundert den ersten Versuch unternahm, dass Zentrum
des Tempels "aufzuräumen", entdeckte er, dass direkt hinter der
Wand der Annalen-Halle von Thutmosis III. eine originäre Wand der
Hatschepsut stand, bedeckt mit farbigen Reliefs - Thutmosis III. hatte
einfach eine neue Wand aus Sandstein davor gesetzt und seine Annalen auf
diese schreiben lassen. Die Reliefs der Hatschepsut zeigen bereits
deutliche Versuche, ihr Andenken auszulöschen - durch grobe
Meißelschläge wurde das leicht erhabene Relief, z. B. die Darstellung
der Hatschepsut, beseitigt - und die Inschriften umzuwidmen, erkennbar an
der feineren und flacheren Meißelschlägen, mit denen versucht wurde, den
Bereich ihrer Kartuschen erneut zu glätten.
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Nach Dorman (1988) können die Annalen des Thutmosis III. nicht wesentlich
vor dessen Regierungsjahr 42 gebaut und dekoriert worden sein - demnach
könnte man aus der Tatsache, dass die Wand noch nicht vollständig
umgearbeitet ist, auf ein spätes Einsetzen der Verfolgung des Andenkens
der Hatschepsut schließen.
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| Als die französischen Ägyptologen die Bedeutung der Wand erkannten,
beschlossen sie, die Blöcke dieser Wand durchzusägen.
Die Seitenteile mit den - bisher von den Annalen - verdeckten Reliefs
wurden anstelle der fehlenden Trennwand der beiden östlichen Kammern 6 und 7 neu errichtet.
Die Rückseite wurde am alten Platz mit den Originalteilen wieder
aufgebaut, ebenso wie die Annalen-Wand des Thutmosis III.
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| Oben die Rückseite der nördlichen Kammern der Hatschepsut
(rechts Kammer 7) und des Barkensanktuars des Philippos Arrhidaios. Zwischen
Barkenschrein und Kammer 7 von links nach rechts sind zu sehen: der Durchgang zu
den nördlichen Kammern, die Wand der Annalen-Halle von Thutmosis III., die
Lücke, die durch die Entnahme der Wand der Hatschepsut entstanden ist, und die
restlichen Steine der Südwand von Kammer 7 (Foto: E. Noppes). |
Oben das untere von 2 Registern der ursprünglich von Teilen der Annalen-Wände des Thutmosis
III. überdeckten Wand der Hatschepsut.
links - kaum noch erkennbar(2) - opfert
sie vor Amun (1), hinter ihr steht als kleine Figur ihr Ka (3); rechts
davon läuft Hatschepsut (5) mit
je einem Hst-Krug in beiden Händen zur
"Wasserspende" vor dem ithyphallischen Amun (4) zu (die gleiche Szene ist auf
einem Block der Roten Kapelle
dargestellt - siehe nächstes Bild);
in beiden Szenen sind ihre Figur ausgehackt und ihre Kartuschen teilweise zerstört;
bei (6) ist der Ansatz einer Seitenwand zu erkennen
ganz rechts (7) wird Hatschepsut von Thot (rechts) und Horus (links)
gereinigt (mit Ankh-Zeichen übergossen)
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Ganz am rechten Rand zeigt das obige Foto der Wand Reste einer Seitenwand (einer
Querwand oder einer Mauerzunge).
Vermutlich Thutmosis III. hat diese beim Einbau seines neuen Barkenschreines. Die
Mauerreste wurden eine Zeitlang als Reste einer Querwand interpretiert. Die
Annahme war auch der
Grund dafür, dass man dann davon ausging, dass die Rote Kapelle vor den Kammern
errichtet worden sei - mit den Querwänden wäre
für einen Barkenschrein im Zentrum den Kammern kein Platz gewesen.
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| Inzwischen werden die Reste als Teil einer Mauerzunge
interpretiert und die Rote Kapelle vollständig im Zentrum der Kammer (Magazine)
der Hatschepsut platziert (siehe unten Ausschnitt aus einem Plan von Burgos, Larché,
2008, Seite 254). |

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Die Kammer 6 (Porter&Moss Room XIII) ist nicht zugänglich, auf ihrem Boden liegen noch mehrere Blöcke,
vermutlich aus Decke oder Wänden, verstreut herum. Auf der nördlichen Innenwand
ist eine Szene erhalten, die vermutlich Hatschepsut und ihren Ka beim
Libationsopfer vor der Großen Ennead zeigt (nach: Porter&Moss II., Theban Temples). |
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Auf der rechten Seite des Türgewands ist die Titulatur von Thutmosis II.
erhalten (nach Porter&Moss, loc. cit.).
Im Luxor-Museum steht das links abgebildete Türgewand mit der Titulatur der Hatschepsut.
Der Block würde gut in den Eingang der Kammer 6 passen. Nach der Beschriftung im
Luxor-Museum stammt es aus einem Weihrauch-Magazin der Hatschepsut in Karnak. |
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